Europäische Kontakte knüpfen mit Erasmus+ – Austausch Norwegen-Deutschland im März 2019

Bei einem zweiwöchigen Schüleraustausch besuchten uns zwei norwegische Schüler in Finsterwalde. Die 17-Jährige Malene sammelte in der Kita Sängerstatt praktische Erfahrungen. Marcel (16) verschlug es nach Doberlug-Kirchhain in die Kita Zwergenhaus. Ich traf mich mit Malene und Marcel, um mehr über ihre Beweggründe zur Entscheidung für den Austausch und ihre Erfahrung in ihren Praxiseinrichtungen in Deutschland zu sprechen:

Bezüglich ihrer Beweggründe war zum einen die Sprache ausschlaggebend. „In Norwegen kann man Netflix nur auf Englisch schauen! Wenn du das nicht kannst, bekommst du gar nichts mit“, berichteten die Schüler. Aufgrund ihrer guten Sprachkenntnisse, trauten sich beide Schüler ihre Heimat für zwei Wochen zu verlassen und waren sehr interessiert daran, ihre Englischkenntnisse im Alltag in Deutschland unter Beweis zu stellen. Dies klappte mal mehr und mal weniger gut mangels englischer Sprachkenntnisse seitens ihrer Klienten. Marcel beschreibt „Am Anfang hatte ich keine Ahnung, was die Kinder von mir wollen. Aber meine Kollegen halfen mir dabei, sie besser zu verstehen. Zum Schluss war die Kommunikation kein Problem mehr.“ Nicht nur die Kommunikation in der Geschäftssprache Englisch ist für einen solchen Austausch zentral, sondern auch, sich auf nonverbaler Ebene mit seinen Klienten zu verständigen.

Auf die Frage, ob der Austausch Malene und Marcel bei ihren zukünftigen Berufswünschen im Sozialwesen bestärkt hat, kam ein klares „JA!“. Malene fühlt sich darin bestärkt, sogar in ein paar Jahren Lehramt in einem englischsprachigen Land zu studieren. Marcus hingegen träumt davon, Rettungssanitäter zu werden: „Das Praktikum hat mir gezeigt, wie viel Freude ich an der Arbeit mit Menschen habe, es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich war aber überrascht, wie anders die Kitas in Deutschland sind!“ Mittagsschlaf und warmes Essen zum Mittag waren den Norwegern absolut neu- es gab sehr viele Unterschiede von denen die Schüler erzählten. Malene berichtet: „Wir Norweger gehen mit den Kindern bei jedem Wetter raus- egal ob es regnet oder schneit. Die Deutschen…naja, das könnt ihr noch üben.“

Es wurde ersichtlich, dass sich die Länder in der Praxis einiges voneinander abschauen können. Das gegenseitige Lernen, wie die pädagogische Praxis gelebt werden kann, steht ebenso im Mittelpunkt eines Austausches.

Schlussendlich betonten die Schüler auch die kulturellen Unterschiede. Es war sehr neu für die Schüler, täglich Hände zu schütteln und Small Talk zu praktizieren.

Insgesamt befanden beide Schüler den Austausch als bereichernd auf vielen Ebenen. Solltet ihr also die Möglichkeit für einen Austausch bekommen und euch fragen, ob man sie wahrnehmen sollte, haben Malene und Marcel euch nur zu sagen: „Yes- 10/10, we would recommend!“

 

Caroline Krug

Lehrkraft