Zeugnisse auf Rädern

Das Frühjahr und der Sommer dieses Jahres stellten alle Bereiche der Gesellschaft vor besondere Herausforderungen. Das betrifft auch die Schule, wo bis zum Ferienbeginn unter schwierigen Bedingungen darum gerungen wurde, möglichst wenig von den normalen Lerninhalten verloren gehen zu lassen. Glücklicherweise verpassten die Schülerinnen und Schülern des Abschlussjahrgangs am Beruflichen Gymnasium Falkenberg relativ wenig Unterricht, sodass die Abiturprüfungen unter (fast) normalen Bedingungen und vor allem termingerecht stattfinden konnten. Von 59 angetretenen Prüflingen erreichten 54 die allgemeine Hochschulreife. Das ist eine gute Bilanz, vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass alle eine klare berufliche Perspektive haben und ca. zwei Drittel des Jahrgangs ein reguläres oder duales Studium aufnehmen werden.

Bei all der berechtigten Freude und dem Stolz auf den Abschluss blieb die Frage nach einer würdigen Zeugnisausgabe und einem Abiturball. Letzterer musste wirklich ausfallen, doch die Zeugnisausgabe ließ uns keine Ruhe. Diese als Videobotschaft oder in streng begrenzten Kleingruppen durchzuführen, wurde zwar erwogen, doch konnten diese Formen der Bedeutung der Veranstaltung nicht genügen.

Somit entstand die Idee, alle bisherigen Elemente der Festveranstaltung wie den ursprünglichen Termin, den Einmarsch, Musik- und Redebeiträge, die gruppenweise Übergabe der Zeugnisse und Auszeichnungen im Beisein der Eltern, Angehörigen und Freunde beizubehalten und das Ganze in die Autos der Familien zu verlagern. Ein passender Platz war recht schnell gefunden – auf meine allgemeine Anfrage zur Nutzung des Flugplatzes Lönnewitz bot Herr Helmut Hoffmann von der uesa gmbh sofort den Platz vor der ehemaligen Flugzeugwerft auf dem Firmengelände an. Zudem bauten die Mitarbeiter der uesa eine hervorragende Bühne für den DRIVE IN ABI2020 auf.

Bis zum13. Juni war noch eine umfangreiche Planungs- und Vorbereitungsarbeit zu leisten, zumal es keine Gelegenheit für einen Testlauf gab. Über die Homepage des Oberstufenzentrums Elbe-Elster erhielten alle teilnehmenden Familien detaillierte Hinweise zur Aufstellung, Fahrtrouten, Ablauf usw. Am Vortag des Ereignisses wurden die Stellplätze auf der Zufahrtsstraße und dem Festplatz vermessen, markiert und erprobt sowie die Beschallungsanlage erstmals in Position gebracht. Für eine angemessene Dokumentation sorgten das Fotostudio Foller aus Herzberg, Herr Kaatz als Drohnenpilot sowie Familie Markes.

Voller Erwartung trafen sich Veranstalter und Helfer am Zeugnistag am Veranstaltungsort für die letzten Vorbereitungen. Herr Bär installierte die sorgfältig abgestimmte Musikanlage. Für jedes Fahrzeug wurde ein Verkehrsleitkegel mit dem Veranstaltungstitel zur Orientierung aufgestellt. Plakate und Straßenmarkierungen in Form von Klassenraumstühlen zeigten den Teilnehmern an, wo sie Aufstellung nehmen sollten, Gäste und Lehrer trafen ein, Presse- und Fernsehvertreten stellten ihre Fragen.

Noch wichtiger war die Einweisung der Helfer vom Schulsanitätsdienst, welche an diesem Vormittag Großartiges leisteten. Glücklicherweise nicht mit medizinischer Hilfe, sondern bei der Formierung der Auffahrtkolonne und der Positionierung der Fahrzeuge auf dem Festplatz.

Um 10:00 Uhr rollte die Fahrzeuge nach Klassen und Stellplätzen geordnet bei strahlendem Sonnenschein zu flotter Marschmusik auf ihre Plätze. Unter einem Hupkonzert, welches im gesamten Verlauf als Beifall diente, fuhren die Schulleiterin und der Abteilungsleiter als Überraschung in einem Oldtimer von 1960 eine Ehrenrunde und eröffneten damit die Feierstunde.

Wie es sich für eine Abiturfeier gehört, folgten nun Rezitation, Musikbeiträge und eine Festrede.

Daran schloss sich die zweite Herausforderung des Tages an: Aufgerufen in der Parkreihenfolge rollte die Gruppen der Absolventen in die mit roten Bändern begrenzte Übergabespur vor der Bühne. Dort reichten ihnen die Autorinnen Zeugnisse und Blumen mit einem Glückwunsch ins Fahrzeug. Diese Form der Übergabe sorgte dafür, dass die Familien es aus nächster Nähe  miterleben konnten. Begleitet vom Beifall der Hupen nahmen die Fahrzeuge wieder ihre Plätze ein, um der nächsten Gruppe Platz zu schaffen. Im Anschluss daran richteten Herr Hans als Vertreter des Landrats und des Schulträgers sowie Herr Herold Quick, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Liebenwerda das Wort an die Absolventen. Nach einer Reihe von Auszeichnungen für gesellschaftliches und fachliches Engagement der Schülerinnen und Schüler bedankte sich der Jahrgang über Julius Lentzsch als Sprecher mit herzlichen Worten und der persönlichen Würdigung aller unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer für die in den letzten drei Jahren geleistete Arbeit.

Mit einem Klassenfoto der festlich gekleideten Teilnehmerinnen und Teilnehmer neben ihrem Fahrzeug wurde das ABI DRIVE IN 2020 beendet und ebenso geordnet wie bei der Einfahrt verließen die Gruppen bei passenden Klängen den Festplatz. Nicht ohne ihr Verkehrshütchen einzupacken und weitere Erinnerungsgeschenke des Landrats, der uesa-Gmbh und des Jahrgangs ins Auto gereicht zu bekommen.

So ist es gelungen, den Abschluss 2020, den es in dieser Form wohl nie wieder geben wird, auch ohne Abiball zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Wie sehr die Idee auch über unsere Schule hinaus Interesse weckte, zeigten die Radio- und TV-Beiträge im rbb, die sogar im ARD Mittagsmagazin und bei RTL gesendet wurden.

Ich möchte mich nochmals bei allen genannten und ungenannten Beteiligten herzlich bedanken und wünsche unseren Absolventen einen erfolgreichen Start in ihr Berufsleben.

 

Gunter Gesper

Abteilungsleiter

Jugendaustausch Israel – Deutschland „Aus der Geschichte lernen – die Zukunft gestalten“

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 Am siebenten April verließen 15 Schüler und Schülerinnen und zwei ihrer Lehrerinnen den Schönefelder Flughafen mit dem Ziel Tel-Aviv, Israel. Wir durften eine Woche lang Land und Leute erleben. Unser Fazit: Wir kommen wieder. Ob zusammen oder alleine steht in den Sternen, aber der Plan ist klar: wir sind verliebt.

In sieben Tagen sahen wir viele Facetten des Landes. Wir trafen einen Beduinen, im „Nokdim Village“, der uns seine Wüsten-Lebenswelt zeigte. Wir sind auf Dromedaren geritten, auf dem Toten Meer getrieben, durch Jerusalem gelaufen, besichtigten Masada und die  Wasserfälle von Ein Gedi, mitten in der Wüste. Eine Oase der Ruhe. Wir haben in Yad Vashem geweint und beim Karaoke Abend gelacht. Wir haben Kinderspiele gespielt, am Lagerfeuer Marshmallows gegrillt und letztlich sind wir zusammengewachsen. 15 Deutsche und 16 Israelis, die in einer Woche zu Freunden geworden sind und mehr gesehen und gelernt haben, als sonst in einem Jahr.